5 Tipps, die deine Pferdebilder sofort besser machen

Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Pferdeshooting-Versuche. Das Pferd stand irgendwie da, ich stand irgendwie davor – und das Ergebnis sah genauso aus: irgendwie. Nicht schlecht, aber auch nicht das, was ich im Kopf hatte.

Was mir damals gefehlt hat, war kein besseres Objektiv und keine dramatischere Location. Es war das Wissen darüber, wie man ein Pferd vor der Kamera richtig positioniert.

Klingt simpel. Ist es aber nicht – zumindest nicht am Anfang. Pferde sind groß, haben eine Meinung und stehen selten von allein so, wie man es sich wünscht. Aber es gibt ein paar Grundregeln, die wirklich einen Unterschied machen. Hier sind meine fünf wichtigsten:


1. Die Beine entscheiden über alles

Bevor du überhaupt an den Kopf des Pferdes denkst, schau auf die Beine – besonders auf die vorderen. Stehen sie auseinander, wirken die Schultern schief. Die Bemuskelung sieht verfälscht aus. Das Pferd wirkt unruhig, selbst wenn es stocksteill steht.

Geschlossene Vorderbeine sind die Grundlage für jede gute Pose. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber der Unterschied im Bild ist enorm.


2. Nicht direkt in die Kamera blicken lassen

Das ist wahrscheinlich der häufigste Fehler – und ich habe ihn selbst oft genug gemacht. Wenn das Pferd den Kopf gerade auf dich dreht, sieht der Hals fast immer kürzer und weniger bemuskelt aus, als er in Wirklichkeit ist. Bei nahezu jedem Pferd.

Der Trick: Dein Helfer oder der Besitzer sollte nie direkt neben dir stehen, um die Aufmerksamkeit des Pferdes zu holen. Etwas seitlich versetzt – dann geht der Blick leicht zur Seite, und das Pferd wirkt gleich viel ausdrucksstärker.


3. Die Kopfhöhe verändert die Wirkung komplett

Aus derselben Grundaufstellung kannst du drei völlig unterschiedliche Bilder machen – je nachdem, wo der Kopf des Pferdes ist.

Kopf aufmerksam nach oben? Der Hals wirkt schmaler, feiner, edler. Kopf in neutraler Position? Ausgewogene, klassische Biegung. Kopf neugierig nach unten gesenkt? Die Oberhalslinie kommt richtig schön zur Geltung und das Pferd wirkt mächtig.

Das bedeutet: Du brauchst nicht ständig das Pferd neu aufzustellen. Arbeite mit der Kopfhöhe und du hast in einem Shooting plötzlich drei Bildvarianten statt einer.


4. Deine eigene Höhe ist genauso wichtig

Ich sehe das oft: Die Fotografin steht aufrecht, das Pferd steht vor ihr – und der Winkel macht aus einem schönen Pferd eine etwas seltsam aussehende Ansammlung von Körperteilen.

Faustregel: Die Augen des Pferdes sollten komplett im Bild sein, mit der Hinterhand als natürlichem Rahmen im Hintergrund. Bei kleineren Pferden heißt das, du gehst in die Hocke. Bei großen Warmblütern brauchst du manchmal eine kleine Erhöhung. Es lohnt sich, eine kleine Trittleiter oder ein Klapptritt-Hocker ins Auto zu legen – du wirst es öfter brauchen, als du denkst.


5. Jedes Pferd hat Schwächen – und jede Pose kann sie kaschieren

Das ist das, was mich an der Pferdefotografie so fasziniert: Es gibt keine „schwierigen“ Pferde, nur Posen, die noch nicht passen.

Schmaler Hals? Die schräge Pose hilft – Pferd leicht schräg zu dir aufgestellt, Kopf in Richtung der versetzten Hinterhand. Senkrücken? Dieselbe Pose kaschiert ihn hervorragend. Wenig Halsansatz? Eine leicht schräge Seitenansicht, bei der die Perspektive den Hals optisch ausgleicht.

Man muss das Pferd kennen – oder zumindest in den ersten Minuten gut beobachten. Dann findet sich die Pose, die zu ihm passt.


Mehr davon?

Diese fünf Tipps sind ein Anfang. Aber es steckt noch viel mehr dahinter – verschiedene Posen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Tipps für Bewegungsbilder, steigende Pferde, Handyfotografie und echte Bildanalysen aus meinen eigenen Shootings.

Das alles habe ich in meinem Posing Guide für Pferde zusammengefasst. 17 Seiten, praxisnah, ohne Umwege – genau das, was ich mir damals selbst gewünscht hätte.

>> Mehr Infos zum Posing Guide findest du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge