Sieben Jahre lang habe ich Turniere fotografiert. In dieser Zeit machten die Turnierumsätze oft mehr als die Hälfte meines Jahresumsatzes aus – und das hatte seinen Preis. Ich kenne die langen Turniertage, den Stress, die Momente, in denen man denkt, man schafft das nie, und die Knochen, die einem noch Tage später weh tun.
Aber genau aus diesen Erfahrungen habe ich gelernt, wie Turnierfotografie wirklich effizient und gleichzeitig lukrativ funktionieren kann. Schon nach meinem ersten Turnier war mir klar: So, wie ich es bei diesem Turnier gemacht habe, kann es auf Dauer nicht laufen. Also habe ich nach Wegen gesucht, Abläufe zu optimieren, Zeit zu sparen und trotzdem die Qualität zu liefern, die ich mir wünsche.
Mit der Zeit lief alles immer runder: Die Bilder waren noch am selben Tag online, erste Verkäufe kamen direkt am Abend, und ich hatte bereits vor dem Turnier feste Umsätze. Plötzlich war Turnierfotografie nicht mehr nur harte Arbeit – sie war kalkulierbar, planbar und hat mir Spaß gemacht.
All das Wissen und all die Erfahrungen, die ich mir über die Jahre aufgebaut habe, könnten ganze Workshops füllen (und haben das auch schon getan 🙂 ). Für Dich möchte ich hier den Einstieg machen: Ich gebe Dir die Basics mit, zeige Dir, welche Fehler Du vermeiden solltest und wie Du Turnierfotografie von Anfang an strukturiert, effizient und erfolgreich angehen kannst.
Das passende Turnier für dich finden
Wie kommst du an dein erstes Turnier? Ganz einfach: Akquise! Das heißt du suchst dir Vereine & Turniere aus deiner Umgebung raus, informierst dich ob es bereits eine Turnierfotografin oder einen Turnierfotografen gibt und schreibst anschließend die Verantwortlichen des Vereins an. In der Mail stellst du dich vor, schickst ein paar Referenzfotos (sofern vorhanden – diese kannst du ja vorab ‚privat‘ auf einem Turnier zum üben machen) und bietest ganz deutlich an, das Turnier als Fotograf:in zu begleiten. Im Gegenzug kannst du dem Verein anbieten, auch Bilder von den Siegerehrungen für die Sponsoren, vom Turniergeschehen und allem Drumherum zu machen und diese dem Verein zur Verfügung zu stellen.
So bekommst du einen Fuß in die Tür, sammelst erste Erfahrungen und kannst auf dem Turnier selbst hilfreiche Kontakte knüpfen.
Übung macht den Meister
Serienaufnahme oder einzelne Bilder? Für mich lag immer der Fokus auf so wenig Nachbereitung wie möglich – also habe ich früh gelernt, die passenden Phasen zu treffen. Wenn du also üben willst, gehe bereits vor deinem eigentlichen Turnier mal auf eines und lerne dort, die richtigen Phasen zu treffen. Wenn du nicht weißt, welche Phasen richtig fotografiert sind, gibt es dazu einige Google Einträge.
Bist du außerdem ganz neu bei Reitturnieren, ist es wichtig dass du erstmal den Ablauf kennenlernst. Wann finden die Siegerehrungen statt? Was passiert in den Pausen? Wie läuft die Reihenfolge der Starter? Was sind „Springen mit Siegerrunde“ und wo liegt der Unterschied zu einem Springen mit Stechen? Welche Lektionen werden in welcher Klasse der Dressur abgefragt?
Deine Bilder sichtbar machen
Du kannst die schönsten Turnierbilder machen und die besten Momente einfangen – wenn es niemand mitkriegt, bringt das beste Bild nichts. Sorge also dafür, dass deine Arbeit als Turnierfotograf:in sichtbar wird. Erstelle vor, während und nach dem Turnier passende Social-Media Posts und Storys, drucke Plakate und Flyer für das Turnier vor Ort und lasse durchsagen, dass das Turnier von dir fotografiert wird.
Wichtig ist es, verschiedene Kanäle zu nutzen! Für die Information vor Ort hat sich ein Informationsstand bewährt, an dem du Referenzbilder qualitativ hochwertig gedruckt ausstellst sowie Flyer auslegst, welche direkt zu der Turniergalerie führen. Zusätzlich kannst du an der Meldestelle oder der Verpflegung Plakate aufhängen.
Als kleiner Bonus deines Infostandes kannst du gleichzeitig für deine normale Arbeit als Fotograf:in Werbung machen – so zählt nicht nur der direkte Umsatz der verkauften Turnierbilder zu deinem Erfolg, sondern auch alle Folgeaufträge die durch diese Werbemöglichkeit noch auf dich zukommen werden!
Die richtige Software
Ohne passende Tools an der Hand kann man niemals effizient arbeiten! 🙂 Für die Turnierfotografie kann ich dir Adobe Lightroom Classic als Sortier- und Bildbearbeitungstool sowie Pictrs.com als Shopsystem empfehlen.
Vor allem Pictrs möchte ich Dir stark ans Herz legen. Sie sind darauf spezialisiert, als Shopsystem für Fotograf:innen zu agieren – das heißt: Du lädst Deine Bilder hoch, legst ein paar grundlegende Einstellungen sowie Deine Verkaufspreise fest und Pictrs übernimmt den Rest für Dich. Du hast keinen Aufwand mit dem Versand der Bilder, musst keine Rechnungen schreiben, die Zahlungen nicht im Blick behalten und bist nach dem Upload der Bilder im Grunde fertig. Perfekt für die Turnierfotografie ist außerdem, dass Du Deine Bilder mit Startnummern sowie Reiternamen versehen kannst. Das steigert den Kaufanreiz für die Reiter:innen deutlich, da sie nicht lange nach ihren Bildern suchen müssen.
Für diese Leistungen erhebt Pictrs eine kleine Gebühr, die sich nach Deinem gewählten Tarif richtet. Um Pictrs zu testen, stehen Dir im kostenlosen Tarif sogar 10 GB Speicher zur Verfügung.

Das nach außen Unsichtbare – deine Bildorganisation
Damit Du effizient und sauber arbeiten kannst, solltest Du Deine Bilder bereits auf dem Turnier gut strukturieren.
Lege für jede Prüfung einen eigenen Ordner an und benenne ihn eindeutig. Bei mehrtägigen Turnieren empfiehlt es sich zusätzlich, die Bilder nach Turniertagen zu trennen. Grundsätzlich gilt: Je übersichtlicher Deine Ordner aufgebaut sind, desto einfacher ist die spätere Weiterverarbeitung.
Ein hilfreicher Trick zur besseren Orientierung ist es, zwischen den einzelnen Reiter:innen jeweils ein leeres bzw. schwarzes Bild aufzunehmen. So lassen sich die Bilder im Nachhinein schneller voneinander unterscheiden.
Richte Dich bei der Ordnerbenennung an der offiziellen Zeiteinteilung des Turniers. Wenn Deine Ordner genauso heißen wie die Prüfungen selbst, finden die Reiter:innen ihre Bilder später sowohl bei Dir als auch in Pictrs deutlich schneller.
Bearbeiten oder nicht?
Ich weiß, dass viele Turnierfotograf:innen großen Wert auf ihre Bildbearbeitung legen und darauf schwören. Auch meine Bilder waren nie völlig unbearbeitet, sondern sind immer meinem eigenen Stil gefolgt um meinen Kund:innen trotzdem so hochwertige Bilder wie möglich anzubieten.
Dennoch würde ich Dir dringend davon abraten, jedes einzelne verkaufte Bild zusätzlich zu bearbeiten – egal, ob vor oder nach dem Kauf. Das kostet Dich vor allem wertvolle Zeit und wird von den Reiter:innen in der Regel nicht erwartet. Es reicht ein einfaches Preset, welches du auf alle Bilder anwendest. Kaufen kannst du solche Presets zB bei mir im Shop 🙂
Jetzt kann’s losgehen!
Du hast von mir jetzt einige Tipps zum Start bekommen und bist nun gut vorbereitet, als Turnierfotograf:in durchzustarten. Wenn du Fragen hast, darfst du mir jederzeit gerne per Mail an kontakt@jw-fotografie.com schreiben oder du schickst mir einfach eine DM an meinen Instagram Account @jwfotografie_ .
Solltest du noch tiefer in die Turnierfotografie einsteigen, kann ich dir meine Webinar Aufzeichnung ans Herz legen. Das Webinar habe ich 2022 gehalten und anschließend die Aufzeichnung zur Verfügung gestellt. Alle oben genannten Punkte werden in diesem Webinar intensiv behandelt – von der kleinen Info, wie einfach und schnell du die einzelnen Bilder mit Startnummer + Namen versehen kannst bist zu Marketing Strategien und Fotografischen Tipps erhältst du einen vollen Einblick in die Welt der Turnierfotografie! Den Link zum Webinar findest du in meinem Shop unter diesem Link.
Viel Freude beim Umsetzen und auf deinen ersten Turnieren – lass mir gerne dein Feedback da!
Alles Liebe,
Julia